Tradition und Dorfkultur

Stets ist der Musikverein zur Stelle, wenn es gilt, Veranstaltungen zu umrahmen oder zu organisieren und dabei anderen Menschen eine Freude zu machen. Das Dorfleben ist nicht denkbar ohne die Mitwirkung des Musikvereins. Viele Feste, Konzerte, Jubiläen und politische Veranstaltungen wurden mit dem und durch den Musikverein gestaltet. In der Fachliteratur spricht man z.T. hierbei etwas abschätzig von sog. Gebrauchsmusik. Obwohl Konzen eine lange und starke Tradition hat, ist es jedoch merkwürdig, dass es hier nie einen Schützen- oder Karnevalsverein gegeben hat. Vielleicht liegt die Ursache in der Mentalität der Konzener, die seit jeher eine gewisse Abneigung gegen hierarchische Strukturen haben und in der Regel gerade diese Art von Vereinen hiervon besonders geprägt sind. Um so mehr war der Musikverein im Kriegerverein neben dem Kirchenchor schon im 19. Jahrhundert Träger der dörflichen Gemeinschaft von Konzen. Neben der körperlichen Arbeit und den Anforderungen im Alltag der Menschen hat es als Gegengewicht immer ein Bedürfnis nach Ausgleich und Erfüllung in der Muße gegeben. "Nicht nur vom Brot allein lebt der Mensch..." Diesem Bedürfnis entsprachen vor allem die Musik und der Tanz in ihren vielfältigen Formen. Trotz so mancher wirtschaftlicher Probleme war das Bedürfnis nach Instrumentalmusik so groß, dass auch im einfachen Volk begonnen wurde zu musizieren. Die Euphorie nach dem gewonnenen Krieg 1871 machte es dann möglich, auch eine Gruppe, einen Verein zu gründen, der diesem elementaren Bedürfnis nachkam. Da die Blasmusik ihre Wurzeln ja ohnehin in der Militärmusik hat, ist es nicht verwunderlich, wenn das als militärisches Kommunikationsmittel benötigte Medium nun auch zur Befriedigung dieses emotionalen Bedürfnisses eingesetzt wurde. Auch die Kirche benutzte das Medium der Blasmusik, um ihre Liturgie zu verschönern und neben dem Mystischen das Emotionale zu betonen. So war klar, dass der Musikverein "Eintracht" die Fronleichnamsprozession begleitete. Auch zu Goldhochzeiten und Beerdigungen verlieh die Musik der Zeremonie eine feierliche und würdige Note. Am stärksten prägte der Verein jedoch die Tradition der Kirmesfeierlichkeiten. Der Musikverein löste ca. zwischen 1874 und 1914 die Tradition der Gelooge ab, die bis dahin nur über sog. "Tingel-Tangel" Musik1 für den Tanz verfügten und organisatorisch immer nur auf ein Jahr ausgerichtet waren.

Konzert und Theaterspiel

Darüber hinaus richtete der Musikverein am zweiten Weihnachtsfeiertag musikalische Darbietungen verbunden mit kleinen Bühnenaufführungen aus, die schon den Charakter von einem sog. Kameradschaftsabend hatten. So wurde für den 26. Dezember 1879 ein "Instrumental-Conzert" mit Bühnenvorstellung in der Montjoier Zeitung angekündigt. Daraus entwickelte sich später das Bedürfnis, einen reinen Konzertabend zu gestalten. Gelegentlich wurden aber auch schon richtige Theaterstücke gespielt. Einmal soll sogar "Nathan der Weise" aufgeführt worden sein. Vielleicht ist auch zu dieser Zeit schon der Wunsch geboren worden, einen Theaterverein zu gründen, was ja dann auch viel später 1947 geschah. Die Veranstaltungen des Theatervereins wurden in der Nachkriegszeit sehr oft vom Musikverein mit musikalischen Darbietungen unterstützt, auch wenn in der Anfangsphase des Theatervereins Bemühungen zu erkennen sind, eine eigene Musikabteilung zu unterhalten. Die Darbietungen des Kriegervereins/Musikvereins im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts hatten meistens einen lustigen Charakter (Soldatenschwänke). So war hier auch eine Neigung für eine karnevalistische Richtung zu erkennen. In Konzen findet bis zum heutigen Tag der Karneval nur in der Form statt, dass Tanzvergnügen, neuerdings auch Kinder- oder Seniorenkarneval und vor allem Kameradschaftsabende der Vereine durchgeführt werden.

Nationalsozialistische Zeit

Die Vereinsstruktur des Musikvereins war bis zum zweiten Weltkrieg mehr vom Kameradschaftsgeist und der Freude an Tanz und Musik geprägt, als durch eine straffe Organisation. Lediglich ein "Macher" im Verein, in der "Eintracht", meistens der Dirigent, lenkte die Geschicke ein wenig. Vorstände mit einer Satzung gab es wohl in den 1920er Jahren nur vereinzelt. In den dreißiger Jahren waren Strukturen meist von den Nationalsozialisten durchdrungen. Die Tätigkeit der Vereine, die nicht der Partei unterstellt waren, wurde empfindlich gestört oder verboten. Die meisten Vereinsmitglieder wurden zum Militärdienst eingezogen oder mussten zum Teil nach befohlenen Noten spielen. Musik war nur noch gefragt, wo sie dem Zweck des Krieges dienen konnte. Inwieweit die NS-Partei auch versucht hat, die "Eintracht" für sich einzuspannen, ist nicht bekannt. Robert Schütt, der vom Wehrdienst befreit war, schreibt, dass das Vereinsleben während des Krieges ruhte und nur gelegentlich zu einer Feierstunde am Kriegerdenkmal gespielt wurde2. Nach dem 2. Weltkrieg festigten sich langsam die Strukturen des Vereins durch eine Satzung, eine Generalversammlung und einen Vorstand. Der erste Auftritt im Saal fand allerdings schon vorher -1949 zu Karneval- statt, als einige alte und neue Spieler mit "Dreimol Noll ös Noll ..." den "Fastelovend" eröffneten und damit den Konzener Karneval neu aus "Trümmern wiederauferstehen" ließen.3 Im gleichen Jahr begleiteten schon 7 Spieler die Fronleichnamsprozession, womit eine Ursprungstradition fortgesetzt wurde. Die traditionellen Dorffeste wie Klein- und Großkirmes und jetzt auch Karneval wurden also durch den Musikverein neu belebt und getragen.

Karneval

Zum Karneval gehört genauso wie zur Kirmes die Musik dazu. Man wäre zwar heute in der Lage, dies auch auf elektronischen Wegen zu lösen, origineller und lebendiger ist aber immer eine Blasmusik - live -. So war denn auch von Anfang an für die Tanzveranstaltungen im Karneval der Musikverein zuständig. Der erste Einsatz nach dem 2. Weltkrieg war ja zu Karneval. Dabei hat auch die Begleitung eines kleinen Karnevalzuges stattgefunden, es hat jedoch nie eine so intensive Beziehung zu der Karnevalstradition gegeben. Ewald Huppertz Posaune Theo Huppertz Saxophon Heinrich Huppertz Schlagzeug Norbert Huppertz Klarinette Felix Palm Klavier Paul Justen Klavier Das hat aber den Musikern der "Eintracht" einen gewissen Vorteil verschafft. In der Regel spielte man ja im Dorf ohne Entgelt. Zu Karneval war die Musik in Konzen nicht gefordert und so konnte durch auswärtige Auftritte die Kasse etwas aufgefüllt werden. So kam schon 1953 eine erste Anfrage aus Brand, wo dann die Kapelle direkt vor dem Prinzenwagen eingesetzt wurde. Später folgten noch weitere Einsätze nach dort sowie auch noch nach Breinig und Imgenbroich (1958). Anfang der 1960er Jahre fuhr der Verein mehrmals nach Kreuzau, bis dann Ende der sechziger Jahre kein Einsatz bei Karnevalsumzügen mehr angenommen wurde. Erst 1978 entschloss man sich, wieder am Karnevalssonntag in Würselen und 1994 am Rosenmontag in Kohlscheid den Karnevalszug zu begleiten. Hierfür wurden nun eigens ein Kosakenkostüm, welches "Nöllches Paul" uns kostenlos anfertigte, und 1994 ein Clownkostüm angeschafft. Aber zu Hause war ja auch noch Karneval im Saal. Bands so wie heute gab es in den 1950er Jahren ja noch nicht, so dass der Musikverein eine eigene Formation zum Tanze einsetzte. Dies waren dann ca. 6 - 7 Mann, die dann drei Tage hintereinander spielen mussten, bis die "Lippen in Fransen hingen". Anfangs spielte Robert Schütt noch mit einer Geige. In der Regel spielte hierzu auch noch ein Klavier und es wurde erstmalig ein Saxophon eingesetzt. Nachdem die elektronischen Instrumente mehr und mehr die Unterhaltungsmusik bestimmten, wurden immer öfters Bands eingesetzt, die mit weniger Leuten den neuen Ansprüchen gerecht wurden. So hat auch Konzen solche Bands bis in die heutige Zeit hervorgebracht. Nach "Ramona" mit den "Koschüppe Brüdern" zunächst die "Tornados" unter Günter Rönnig, dann "Silvermoon" mit Manfred Maeghs und Ronny van´t Hoen, dann die "Night Birds" mit Walter Schreiber und den Gebrüdern Völl und in den 90er Jahren gründete sich die Band "Flip-Side", die später "Epsilon" hieß mit gleich vier Mitgliedern aus dem Musikverein. Gleichwohl wurde immer vermieden, aus dem großen Orchester eine Sonderformation herauszulösen. Seit 1971 spielte die "Eintracht" mit der vollen Besetzung beim neu eingeführten Kinderkarneval, der natürlich ohne Blasmusik nicht denkbar ist. So ist zwar die Tradition des Karnevals nicht Mittelpunkt des Vereins, jedoch wären die karnevalistischen Veranstaltungen, die es in Konzen gibt, ohne die Blasmusik nicht denkbar.

Pankratiuskirmes

Zunächst wurde auf dieser sog. Kleinkirmes 1952 zu Gunsten der zerstörten Pfarrkirche ein Pfarrfest mitgestaltet. Später ergab sich, durch den Musikverein organisiert, folgender Ablauf der Kleinkirmes St. Pankratius: Nach dem feierlichen Levitenhochamt (Mot dreei Heere) gab die "Eintracht" ein kleines Standkonzert an der Kirche. Danach marschierte man anschließend zum Frühschoppen in den Vereinssaal. Dort wurde auch schon morgens gelegentlich getanzt. Anfang der 1950er Jahre fand sonntags schon mal ein Theaterabend statt, später jedoch auch eine Tanzveranstaltung, bis diese auf den Samstagabend vorverlegt wurde. Am Kirmesmontag veranstaltete der Verein abends einen Ball. Dabei ist zu erwähnen, dass im Gegensatz zu heute die Musik durch eine kleinere Besetzung selbst gestellt wurde. In den 60er und 70er Jahren ließ der Vereinswirt am Saal einige Fahrgeschäfte oder Kirmesbuden zu, die insbesondere für die Kinder eine besondere Attraktion waren. Dies schlief jedoch einige Zeit später ein. Seit 1988 organisiert der Musikverein wieder Schausteller, Karussells und Frittenbuden, die auf dem Dorfplatz aufgestellt sind. Die vereinseigene Schießbude unter der Regie von Ludwig Huppertz wurde seit 1986 in der Garage aufgebaut. Zur Kleinkirmes 1993 bauten Fritz Neuß und Ralf Jung einen Wagen hierzu. Sonntags spielt das Trommler- und Pfeiferkorps und die Feuerwehr unterhält einem Weinstand. Im Musikpavillon, der am 1.Mai 1992 eingeweiht wurde, spielt seit dem auch wieder am Montagabend zunächst das Jugendorchester und anschließend der große Verein zur Kleinkirmes auf.

Großkirmes

Die Großkirmes zu Ehren des Pfarrpatrons St. Peter, die Monschauer Landkirmes, wurde von je her seit Auflösung der Gelooge vom Musikverein verantwortet und organisiert. Als Termin gilt die eiserne Regel: " Johannes (24. Juni) brenngt de Körmes, hat evver nüs dovann!" Das sollte bedeuten, dass der früheste Termin für Kirmessamstag der 24. Juni sein kann.

Johannisnacht

In der Nacht zum 24. Juni war und ist "Jannsnaath" (Johannisnacht). In dieser Nacht ziehen die jungen Burschen los und schlagen ihrer Braut einen geschmückten Ahornzweig ans Haus. Das sollte früher bedeuten, dass man auf dieser Kirmes miteinander tanzen ging, eine mutierte Version des "Frore jonn" der alten Gelooge. Dabei war natürlich auch Schnaps und Bier mit dabei und so mancher junge Freier wusste am nächsten Tag nicht mehr viel. Stammtische stellten bei dieser Gelegenheit auch dem Vereinswirt einen Baum auf. Dieser Brauch war jedoch nur in den links der Rur gelegenen Dörfern üblich. Insbesondere im Simmerather Raum war der 1. Mai der Tag, an dem man seiner Angebeteten einen geschmückten Birkenbaum vors oder aufs Haus setzte. Dies ging natürlich nicht ohne Blessuren ab. Da fiel auch schon mal einer vom Dach oder auch später, als es Trecker gab, von der Karre. In der "Jannsnaaht" war es auch üblich, mehr oder weniger Schabernack zu treiben. Gerade bei Leuten, wo es, aus welchen Gründen auch immer, besonders viel Spaß machte. Dort wurden dann Gartenzäunchen ausgehängt oder Heukarren auf den Dorfplatz gefahren. Blumenkübel fand man irgendwo ganz anders. So hat mal vor einer solchen Nacht einer der Vereinsgründer, Johann Steinröx, Hardtdrücke Jännesje, verkündet, dass man ihm seine Karre diesmal nicht wegfahren werde und schloss die Deichsel mit einer Kette im Hause fest. Doch sein Sohn "Fons" verriet die Sache und half den "Bösewichten" dabei, trotz dieser ungewöhnlichen Sicherung die Karre wegzufahren. Das Staunen von Jännesje und die Schadenfreude waren dann tagelang der Unterhaltungsstoff im Dorf. Die Großkirmes wurde auch "Monschauer Landkirmes" genannt. Dies kann den Ursprung darin gehabt haben, dass die Konzener Pfarre "St. Peter" ja als Mutterkirche für den größten Teil des Monschauer Landes zuständig war und deshalb natürlich überall auch dort Kirmes war.

Kirmesbaum

Am Kirmessamstag trafen sich die Aktiven früher beim Vereinswirt - nach der Aufstellung "auf dem Pafebich" dann bei Hardt-Mathes im Hof-, um den Kirmesbaum zu schmücken. Als der Baum noch am Vereinslokal auf dem Flachdach der Wirtschaft aufgestellt wurde, handelte es sich um ein "leichtes Kaliber", welches mit zwei, drei Männern in die Halterung gebracht werden konnte. 1982 wurde auf dem Kinderspielplatz an der Hohe Straße (früher im Pafebich) genannt, in ein Betonfundament eine Eisenhalterung eingelassen und ein neuer Baum aufgestellt. Nun war jedoch schon eine ganze Gruppe starker Leute mit langen Hebestangen erforderlich, um den großen Baum in die Vertikale zu bringen. Ab 1990 wurde der Kirmesbaum auf dem Dorfplatz zwischen altem Schulhof und Straße eingelassen. Nachdem nun dort die Begrünung so hoch gewachsen war, dass man den schön geschmückten Baum kaum mehr sehen konnte und auch aus der Bevölkerung die Anregung kam, verankerte der Musikverein unter Führung des ehemaligen Vorsitzenden Ewald Blumensath den Kirmesbaum 1997 auf der Insel gegenüber dem Hause Peter Jung . Seit dem wird ein Traktor, meistens von Reinhard Palm aus dem Hoscheiter Venn, mit einer Spezialausrüstung eingesetzt, um die symbolträchtige Arbeit zu vollenden. Mit einem Schnaps und einem Bier wird das Vollbrachte dann begutachtet, ehe sich die Spieler schnell nach Hause machen, um die Uniform für den 1. Kirmesumzug anzuziehen.

Kirmessamstag

Bis 1995 begann dieser zusammen mit dem Trommler und Pfeiferkorps am Vereinslokal und führte dann zunächst zum Kirmesbaum, wo der Vorsitzende dann die Kirmes ausgraben musste und wie durch ein Wunder einen frisch geschmückten Knochen hervorzauberte. Danach ging die Elsflasche rund und ein weiteres Vorstandsmitglied verteilte Süßigkeiten an die Kinder. Ziel war es dabei auch, die Leute, die von der Vorabendmesse kamen, mit in das Fest einzubinden. Seit 1997 beginnt die Kirmes nach der Messe an der Kirche. Die Kirmesgesellschaft verbleibt eine Zeitlang am Ausgrabungsort neben dem Kirmesbaum, wobei die Nachbarschaft Getränke anbietet. Danach geht der Zug mit der Kirmesfahne und dem geschmückten Kirmesknochen und einem zum Teil beträchtlichen Anhang in mehrere Gaststätten des Dorfes. Dort wird ein wenig gespielt und dann weitergezogen. Auch die "em Höngerdorp" gelegenen Kneipen wurden früher aufgesucht. Dies schlief allerdings in den siebziger Jahren wieder etwas ein, ehe man sich anlässlich des historischen Jubiläums 1988 wieder nach "Legros" in die Blumgasse aufmachte. Dieser Brauch wurde dann beibehalten, bis die dortige Wirtschaft aufgegeben wurde. Auch neue Gaststätten wurden mit in die Runde aufgenommen: So ging es lange Zeit (1970-90er Jahre) am Samstagabend vom Kirmesbaum "Zur Jägersruh" am Pötzchen, von dort teilweise nach "Legros" und dann nach "Huppertz-Schartmann", dem heutigen "Hardthof". Bis in die 1960er Jahre war dann dort Schluss für den Samstagabend. In den 70er Jahren ging der Zug dann weiter bis zum Vereinslokal. Dort findet seitdem ein Ball mit einer Tanzkapelle statt. Hier wird dann auch der Kirmesknochen mit einer feierlich, fröhlichen Ansprache des Vorsitzenden mitten im Saal aufgehängt. Ob die Kirmesfahne auch schon vor dem 2. Weltkrieg mitgeführt wurde oder erst nach dem Krieg, lässt sich nicht mehr sicher feststellen. Das Geloog hat zwar eine Fahne mitgeführt, diese ist jedoch nicht identisch mit der heutigen Kirmesfahne. Auch die Bedeutung der grün-gelben Farben ist unklar. Die Bedeutung und Historie des Kirmesknochens kann auch nur vermutet werden und es würde zu sehr ins Spekulative gehen, Erklärungen niederzuschreiben.

Kirmessonntag

Am Kirmessonntag gingen die Feierlichkeiten nach dem Hochamt weiter. Bis zu Zeiten von Pfarrer Franz Jansen war auch immer ein festliches Levitenhochamt mit Asperges. Die Feierlichkeiten beim Hochamt zur Kirmes wurden unter Pfarrer Lenzen auf ein Mindestmaß reduziert, so dass in dieser Zeit kaum wahrzunehmen war, dass ein kirchliches Fest begangen wurde. So betrieb hier die Pfarre selbst die Säkularisierung des "Kirchweihfestes". Das Standkonzert nach dem Hochamt war jedenfalls ein fester Bestandteil, der die ganze Bevölkerung auf Kirmes einstellte, wenn man mit "Mit Sang und Klang" den Kirchenweg hochging, um den Frühschoppen zu beginnen. Deshalb hieß dieser Marsch unter den Aktiven auch "Kerchepattsmarsch". Beim Frühschoppen spielte dann die Blasmusik in voller Besetzung. Dabei wurde nicht nur getrunken, sondern auch das Tanzbein geschwungen. Jung und Alt fanden sich ein und feierten oft bis tief in den Nachmittag. Lange Zeit veranstaltete der Musikverein dann am Sonntagabend einen Ball. Oft gab es Probleme damit, dass einige (in schlechtem Zustand) kaum vom Frühschoppen zu Hause waren, wenn der Tanzball schon wieder begann. Da es sich meistens um dieselben handelte, die lange auf dem Frühschoppen blieben und abends auch noch den Ball besuchten, wurde später der Ball am Sonntagabend gestrichen. Seit 1991 veranstalten zusätzlich die Landfrauen am Kirmessonntag eine Cafeteria auf dem Dorfplatz.

Kirmesmontag

Am Kirmesmontag treffen sich das Trommler- und Pfeiferkorps und der Musikverein in der Gaststätte "Zur Laube". Nach einigen Spielstücken ziehen beide Vereine mit Anhang hinter der Kirmesfahne und dem Kirmesknochen dann wieder durchs Dorf. Zuerst zum "Fitness-Center" und dann zum Saal, um dort einen zünftigen Frühschoppen zu feiern. Wenn dann so zwischen zwei und drei Uhr nachmittags mit Musizieren Schluss ist, sitzen die Musiker oft noch lange im Kreis und fachsimpeln in kameradschaftlicher Runde. Daraus entwickelt sich nicht selten noch eine "Spontankapelle", die dann auch sehr spontan spielte und oft noch irgendwo anders landete. Unvergesslich blieb dabei, wie die Musiker mal im Lutterbach bei Ewald Steinröx die Frau von Willi Kreitz auf den Wohnzimmerschrank warfen oder als man bei mir zu Hause in der Hohe Straße Heu in Einmachgläser "einmachte". Vieler solcher Geschichten sind passiert und blieben allen Aktiven und ihren Freunden noch lange schmunzelnd in Erinnerung. Am Montagabend ist dann wieder Festball. Das heißt für viele Musiker: Schnell duschen, umziehen und sogleich wieder zum Saal. Die Frauen ziehen dann ihr "Kirmeskleid" an und schon kann die Kirmes bis in die tiefe Nacht fortgesetzt werden. Beim Heimgang landen oft einige noch irgendwo privat zum "Eierbacken" bis der Morgen graut.

Kinderbelustigung

Der Kirmesdienstag war seit 1968 geprägt von der damals unter der Regie meines Vaters Paul Huppertz eingeführten Kinderbelustigung. Die Grundidee war, dass auch die Kinder auf der Kirmes ihren Spaß haben sollten, zumal später auch die Schausteller immer seltener kamen. Hierzu wurde im Musikverein ein Festausschuss gebildet, der die einzelnen Aufgaben übernahm. Neben Torwandschießen, Nagelklopfen, Kletterstange und Glücksrad gab es noch die Schnürchenbude, Seilziehen, Gewinnangeln und Dosenwurfbude. Dazu spielte die Blaskapelle, meist noch etwas matt, jedoch mit zunehmender Dauer wieder wie gewohnt. Dazu gab es jedes Jahr eine Attraktion wie z.B. Ponyreiten, Kettcarwettrennen oder Geschicklichkeitslauf. Aus dem Festausschuss wurden jedes Jahr meistens die gleichen Aufgaben übernommen. So standen u.a. auch viele Ehrenmitglieder, z.B. "Jungs Nöll" und "Hardt-Mathes Franz" fast 30 Jahre an der Torwand, Sackhüpfen mit Hubert Call, "Hardt-Mathes Jupp" und Rudi Rosenwick am Nagelbalken, Josef Jansen, Reinhold Schreiber, Franz-Josef Jung oder Hans Förster in der Wurfbude sowie Maria Henn und Heinz Kreitz am Glücksrad. Die Attraktion für die Jungen war in der Platzmitte der Kletterbaum mit einem Kranz Süßigkeiten. Für Geschicklichkeitsspiele sorgten Peter Jung, Kurt Schreiber oder Otto Theißen. Als sog. Furier verwaltete Johann Blumensath die eingekauften und vom Vereinswirt gespendeten Spielsachen und Süßigkeiten, damit sie von 14.00 bis 16.00 Uhr gleichmäßig bei den einzelnen Attraktionen verteilt werden konnten. Abends wurde nochmals eine Tanzkapelle bis 24.00 Uhr verpflichtet. Danach zogen die letzten Standfesten in einem bunten Zug mit den zufällig anwesenden Musikern und einigen Zufallsakteuren, die sich meist einer Trommel oder sonstigem Lärmgerät bedienten, mit der Fahne und dem Kirmesknochen nach draußen zum Kirmesbaum, um dort die Kirmes für ein Jahr zu begraben. Großes Geheul und eine deftige Ansprache eines selbsternannten Kirmesdirektors begleiteten diesen tragischen Akt. Danach zog die Beerdigungsgesellschaft wieder zum Saal zurück, um dort das Bierfass (ohne Entgelt) zu leeren. Dabei spielten dann die noch verbliebenen Musiker mehr oder weniger spontanes Liedgut, ehe dann endgültig die Kirmes beendet war. Seit 1993 wurde der Tanz am Dienstagabend wegen mangelnder Beteiligung fallen gelassen und die Kirmes in der Montagnacht mit dem gleichen Ritus beerdigt. Die Kinderbelustigung fand dann am Sonntag in etwas anderer Form während des Frühschoppens statt. Die Spiele wurden reduziert, eine Bimmelbahn eingesetzt und Gaukler und Künstler unterhielten die Kleinen mit Späßen und Kunststückchen. Drei Wochen nach diesen Tagen wurde noch bis Ende der 1950er Jahre durch den Verein eine "Nachkirmes" mit Tanz veranstaltet.

Kirmes in der Krise

Mitte der 1990er Jahre kam die Kirmes dann in die Krise. Für den Musikverein wurden die Veranstaltungen unrentabel, weil der Besuch der Ballveranstaltungen stark zurückging. In den 60er Jahren schickte man die Männer noch ab 18.00 Uhr zum Saal, um Plätze zu reservieren. Dabei wurde zur Zeitüberbrückung auch schon mal Skat gespielt oder das Kirmesbier ausprobiert. Manche Ehefrau fand dann um 20.00 Uhr den Allerbesten gar nicht mehr so allerbest für den Festball vor. Doch diese Entwicklung verlief Ende der 80er Jahre anders. Die Besucher blieben meistens an der Theke stehen und kamen immer später. Der Beginn musste in Folge dessen schon auf 21.00 Uhr verlegt werden, doch einher mit dieser Erscheinung blieb auch der Andrang aus. Die jungen Leute waren mobiler geworden und konnten auf der Monschauer Landkirmes zunächst einmal in einem Radius von ca. 30 km testen, wo "das meiste los" war. Dort blieb man dann. Es war sozusagen jede Woche Kirmes. Beatball, Disco und Feten zu allen möglichen Anlässen brachten einen Überfluss an Freizeitmöglichkeit, so dass die Kirmes in der Masse dieser Veranstaltungen eine von vielen war, die sich wegen ihrem traditionellen Charakter auch noch mit einem Negativimage plagte. Auch das Urlaubsverhalten vieler Dorfbewohner änderte sich. Während man früher wegen der Heuernte kaum in Urlaub fahren konnte, war dies bei der ständig zurückgehenden Landwirtschaft jetzt plötzlich möglich. Private Feste aus allerlei Gründen, sog. Umtrunk als Polterabend zum Kirmessamstag und ein dank höherem Lebensstandard möglicher Mehrfachurlaub taten ein Übriges. Für Hochzeiten und Geburtstage war der Kirmestermin nicht mehr tabu. Einige Konzener feierten ausgerechnet mit vielen Gästen an diesem Termin, so dass die Eingeladenen nicht kommen konnten. Auf diese Weise geriet die Kirmes aus der zentralen Bedeutung für die Jugend, aber auch für die etwas älteren Semester. In dieser kritischen Situation wandte sich die "Eintracht" an das Ortskartell, um entweder von dort Hilfe zu erhalten oder die Trägerschaft dem Ortskartell zu übertragen. Der Musikverein konnte es sich nicht erlauben, zur Erhaltung einer nicht mehr angenommenen Tradition Geld zuzusetzen. Schließlich war man ein Musikverein und kein Kirmesverein. Lediglich die seit 1986 eingesetzte Schießbude1 erbrachte noch soviel Gewinn, dass ein größeres Manko verhindert werden konnte. Obwohl im Vorstand der Beschluss gefasst worden war, die Großkirmes an das Ortskartell abzugeben, wurde in mehreren zum Teil auch emotionell geladenen Sitzungen des Ortkartells und des Musikvereins nochmals eine Kehrtwende vollzogen und unser Verein beauftragt, die beiden Kirmesveranstaltungen durchzuführen, da die Organisation durch das Ortskartell auf längere Zeit undurchführbar schien. Eine finanzielle Unterstützung wurde versprochen und eine Art Bürgschaft durch das Ortskartell zugesagt, um diese Tradition der Kirmes zu erhalten. Darüber hinaus machten die Landfrauen auf dem Dorfplatz ab 1991 eine Cafeteria.

Hahneköppen

Dabei wurden neue Konzepte entwickelt und als wesentliche Änderung ab 1993 das Hahneköppen eingeführt. Der Aktive Reiner May, der aus Herhahn nach Konzen gezogen war und von dort diese Tradition kannte, machte diesen Vorschlag und war nun auch zusammen mit Ralf Jung für die Durchführung dieser in Konzen ganz neuen Tradition verantwortlich. Am Kirmesmontag wurde zunächst der Hahnenkönig ermittelt, nach Hause begleitet und abends wieder abgeholt. Dies wurde später entzerrt. Der alte Hahnenkönig wird am Sonntag nach dem Standkonzert zu Hause abgeholt und der neue auf dem Frühschoppen am gleichen Tage ermittelt. Am Montag wird er zu Hause am geschmückten Königshaus mit einem Empfang zum Hahnekönigsball abgeholt. Diese Änderung kam bei der Konzener Bevölkerung sehr gut an und wurde auch von den betroffenen Nachbarschaften freudig aufgenommen. Hahnenkönige:1993 Monika Stüttgen - 1994 Dietmar Call - 1995 Werner Stüttgen 1996 - Alfred Huppertz - 1998 Norbert Harings.men.

Es ist eine Bereicherung der Kirmes, die für eine hoffentlich lange Zeit eine Überlebensgarantie unserer Kirmes sein wird. So hat gerade die Krise der Kirmes gezeigt, wie sehr der Musikverein mit dieser Tradition verbunden ist. Denn eine Kirmes ohne den Musikverein oder das Trommler- und Pfeifenkorps ist kaum denkbar. Außerdem ist die Organisationskraft des Musikvereins auch stark genug, Unebenheiten und Entwicklungsveränderungen zu kompensieren. Der Musikverein "Eintracht" ist also von 1874 an Garant und Träger für die Kirmes und damit für Dorfkultur und Tradition.Erntedank
Am 2.9.1953 hielt der Musikverein erstmalig nach dem 2. Weltkrieg eine Tanzveranstaltung zum Erntedankfest ab. Hier waren jedoch nicht sehr viele Besucher erschienen. Im nächsten Jahr 1954 organisierte die "Eintracht" dann zum ersten Mal am 3.Oktober einen Erntedankumzug unter Mitwirkung aller Ortsvereine und der Bauernschaft. Auch die aktiven Musiker hatten einen Wagen geschmückt. Auf der Schulstraße4 wurde der Zug aufgestellt und führte durchs ganze Dorf. Nach zwei Stunden löste er sich auf dem Schulhof wieder auf. Abends veranstaltete der Musikverein dann einen Ball im Saal. Im nächsten Jahr wurden die Erntedankfeierlichkeiten erweitert. Nach dem Hochamt begannen die Spieler mit einem Standkonzert an der Kirche und luden dann zum Frühschoppen ins Vereinslokal ein. Beim Festzug nachmittags wurden noch mehr Wagen eingesetzt und der Landrat hielt nach der Auflösung des Zuges auf der Wiese des Vereinswirts sogar eine Ansprache. Kurz danach begann ein sog. Freiball und um 19.00 Uhr ein Festball. Dies wurde in den folgenden Jahren so fortgeführt, bis es am Erntdankfest 1957 einen Unfall gab. Am Festwagen des Trommler- und Pfeiferkorps brach eine Seitenwand ab, so dass einige Leute herunterstürzten. Der anwesende Bundestagsabgeordnete Günther fuhr sofort zwei Verletzte ins Simmerather Krankenhaus, von wo sie aber nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden konnten. Damit war jedoch die Zeit der Erntedankzüge vorbei. Fortan blieben nur noch das Standkonzert nach dem Hochamt, der Frühschoppen mit Tanz und der Festball. Der Tanz wurde später auf den Samstag verlegt und der Frühschoppen wurde 1991 wegen mangelnder Beteiligung der Bevölkerung auch eingestellt. Schon seit 1981 hatten die Konzener Landfrauen am Samstagabend wieder einen Erntedankabend begonnen, welcher bis heute fortgeführt wird. So war auch hier der Musikverein fast 40 Jahre Träger einer Tradition, die sich allerdings in dieser Form offensichtlich überlebt hatte. 1990 waren beim Frühschoppen 30 Musiker auf der Bühne und kein einziger Gast im Saal, so dass hier eine Neubesinnung erforderlich war. Nun haben die Landfrauen diese Tradition aufgegriffen und mit neuem Leben erfüllt.

Volkstrauertag

Seit 1956 gestaltet der Musikverein mit dem Trommler- und Pfeiferkorps und Kirchenchor die Gedenkfeier am Ehrenmal. Des Öfteren waren auch Verpflichtungen aus diesem Anlass außerhalb, wie z.B. am Soldatenfriedhof in Vossenack, wahrzunehmen. Auch auf Beerdigungen war eine musikalische Gestaltung durch die Blasmusik oft gefragt. So z.B. beim Tod von Heinrich Huppertz (Börbe), Josef Henn und zuletzt beim Dirigenten Ewald Huppertz. Blasmusik steht also nicht nur für Tanz und Vergnügen, sondern auch für Gedenken, Trauer und Tod.

Weihnachten

Zum Weihnachtsfest war die Blaskapelle nur in der Zeit von Pfarrer Stieler gefragt. In dieser Zeit wurden häufig Christmetten mit gestaltet. Durch die vielen Besucher der Konzener Weihnachtskrippe, die Pfarrer Jansen schon seit Jahren wunderschön gestaltete, kam man auf die Idee, den Besuchern nach dem Hl. Dreikönigsfest ein Konzert anzubieten. Seit 1980 beteiligt sich der Musikverein zusammen mit dem Kirchenchor jedes Jahr an diesem "Konzert zur Weihnachtszeit". Interessant ist die Feststellung, dass zu 80 % Besucher von auswärts kommen. Viele haben diesen Termin als Dauertermin in ihrem Jahreszyklus vorgesehen. 1998 gestaltete das Blasorchester dieses Konzert mit der Rekordzahl von 54 Spielern. Stehende Ovationen und überregionale Beachtung machen dieses Konzert zu einem kulturellen Höhepunkt nicht nur in Konzen, sondern im Monschauer Land.

Verein für Vereine

Alle Vereine aus dem Dorf benötigen beim festlichen Anlässen immer wieder den Musikverein. Ob es nun die Landfrauen sind, die einen Festzug gestalten wollen, der Turnverein beim Gauturnfest oder Werbeabend, der Theaterverein bei der Aufführung oder beim Jubiläum, das Trommler- und Pfeiferkorps beim Verbandsfest, immer hat man gerne die "Eintracht" mit dabei. So spielten wir natürlich auch für die CDU-Ortspartei bei Wahlkampfveranstaltungen im Ort, aber auch außerhalb in Aachen, Bonn und Wuppertal. Herausragende Ereignisse waren hierbei Aufführungen im Fußballstadion von Aachen und Wuppertal für Franz-Josef Strauß, auf dem Katschhof für Bundeskanzler Helmut Kohl und im Eurogress für Bundesarbeitsminister Norbert Blüm, der den Verein mit dem Stück "Gute Freunde" noch selbst dirigierte. Als die Fußballabteilung des TV Konzen die Altnationalmannschaft mit Uwe Seeler am 17.Juni 1977 nach Konzen holte, waren wir natürlich auch dabei und führten zum ersten Mal auf dem Sportplatz ein Formationsmarschieren in der Halbzeit durch. Leider herrschte bei dieser Premiere dichter Nebel, so dass der Eindruck leicht getrübt war. Mit Beginn des Monschau-Marathon wurden wir auch von der Leichtathletikabteilung beim Zieleinlauf verpflichtet und fanden bei den vielen auswärtigen Teilnehmern Anerkennung. Selbstverständlich verschönerte die Kapelle auch alle Feste der anderen Vereine, des Kindergartens und der Schule. Ja sogar als 1994 Martha Prickartz Weltmeister im Skat wurde, spielte der Verein auch ihr ein Ständchen. Bei der Volksmusikwoche in Monschau ist die Konzener Blasmusik genauso fester Bestandteil wie beim St. Martinsfest in Konzen, sowie den Martinszügen in Büsbach und Aachen-Soers. Auf Goldhochzeiten, wenn das ganze Dorf gratuliert, sowie bei grünen und silbernen Hochzeiten von Aktiven darf die "Mussik" ebenso wenig fehlen wie bei Feuerwehrfesten und natürlich dem großen historischen Festzug im Jahre 1988 anlässlich der 1100-Jahrfeier, wobei die Bläser wie die Gründer in Frack und Zylinder auftraten.

Blasmusik im Dorf

Wir dürfen mit Fug und Recht sagen, die Bedeutung unseres Dorfes Konzen wird dank dem Musikverein "Eintracht" entscheidend mitgeprägt. Der Verein ist nicht nur Bewahrer von Tradition, sondern auch wesentlicher Faktor im dörflichen Geschehen in einer Zeit, die rasant voranschreitet. Dabei wird die Erhaltung der Traditionen immer schwieriger. Die Einwohnerzahl von Konzen hat sich in diesen 125 Jahren fast verdreifacht. Dies bleibt nicht ohne Auswirkung auf die innere Struktur eines Dorfes. Die anerkannte hohe Integrationskraft von Konzen ist u.a. auch durch die Musik mit verursacht. Immer wieder ist es über die Musik gelungen, Neubürger anzusprechen und als aktive oder inaktive Mitglieder im Ort zu integrieren. Das beste Beispiel ist hierbei Josef Henn, der sich wie kein anderer als Konzener fühlte, obwohl er seine Aachener Herkunft dabei nie verleugnete. Dies stellt einen wertvollen Beitrag in dem Prozess dar, der zu einer harmonischen Dorfentwicklung führt.