Musikalische Entwicklung

Probe

Wie Robert Schütt sich erinnert, wurde vor dem 2. Weltkrieg einmal in der Woche bei Josef Call zu Hause geprobt. Es war nach seinen Schilderungen wohl mehr ein gemütliches Zusammensein bei einer Flasche Schnaps mit ein wenig Musik, meistens je Probe zwei Märsche. Später war das Vereinslokal Dagobert Völl dann auch Probeort. Nach dem Neuaufbau 1949 wurde in kleinen Gruppen am Sonntagmorgen in der Werkstatt der Stellmacherei oder im Stopfzimmer bei "Hardt-Mathes" geprobt, später jedoch in der Gaststätte "Jaas Wellems" (Huppertz-Steinröx). Nachdem man schon beim Proben unter Ewald Huppertz vom sog. Kartöngschen, dem Vorraum zum Saal, in die Sektbar und später dann in den 70er Jahren in den großen Saal gezogen war, saßen die Spieler mit dem Rücken zur Bühne. Auf einer Probe wurde dann auch mal der Probetermin am Mittwochabend diskutiert, weil sehr oft im Fernsehen interessante Fußballspiele gezeigt wurden. Man einigte sich jedoch darauf, diesen Termin zu belassen, da an anderen Tagen auch Interessenskollisionen bestehen und die meisten sich hierauf eingestellt hatten. Nachdem ich 1990 die Verantwortung als Dirigent übernommen hatte, drehte ich wegen der angewachsenen Zahl der Spieler die Probensitzordnung um 90 Grad, so dass das Orchester in Richtung Sektbar-Eingang saß und nun den ganzen Saal beanspruchte. Die Flügelhörner wurden von den Trompeten getrennt und auf der linken Seite eingesetzt, um ein klangliches Gleichgewicht im hohen Blech zu erreichen. Wegen der Vielzahl der Konzertflöten trennten sich diese in einem eigenen Kreis von den Klarinetten. Die Probe am traditionellen Mittwochabend wurde aus musikpädagogischen Gründen durch eine Pause um 21.00 Uhr unterbrochen, dafür aber bis 22.00 Uhr verlängert. Bei einigen hat es dann etwas länger gedauert, bis sie das neu eingeführte Einblasen und Stimmen mit Hilfe eines Stimmgerätes akzeptierten. Heute ist dies selbstverständlich und wird inzwischen sogar kurz vor Konzertbeginn zur Ansatzbildung durchgeführt.

Die wichtigste Neuerung war, dass Registerführer eingesetzt wurden. Sie sollten nicht nur die neu ins Orchester integrierten Nachwuchsmusiker betreuen, sondern die Struktur des Orchesters qualitativ stärken. Vor Konzerten führte ich dann Intensivproben ein. Hiermit probierten wir die unterschiedlichsten Formen aus. Zunächst gingen wir einen Tag in die Jugendherberge nach Monschau, dann versuchten wir es auch mal mit zwei Tagen in der Jugendherberge in Hellenthal. Doch das erwies sich als wenig zweckmäßig, weil wir zwar viele Kosten und gute Stimmung, aber zumindest am nächsten Morgen weniger Erfolg hatten. So entwickelte sich die heutige Form, indem wir in der Schule oder im Kindergarten eine Woche vor dem Konzert samstags in mehreren Räumen 4 Stunden Registerproben und anschließend 2 Stunden Gesamtspiel durchführen.

Ausbildung

Die Ausbildung von Nachwuchs war früher oft von Zufällen abhängig. Entweder war Selbststudium angesagt oder aber ältere Spieler lernten den Nachwuchs an. Dabei war natürlich eine Fortentwicklung nur schwer möglich, denn neue Impulse sollten von aussen kommen. Hier und da gab es Unterricht durch Fachlehrer, aber ansonsten blieb alles laienhaft. Am 16.1.1971 besuchten zum ersten Mal 4 Musikschüler aus der "Eintracht" die neu gebildete Jungbläserschule in Simmerath. Hier wurden u.a. Berufsmusiker eingesetzt, die den Schülern auf professioneller Basis Theorie und Praxis vermittelten. Musiker aus den eigenen Reihen unterrichteten darüber hinaus noch weitere 5 Kinder an verschiedenen Instrumenten. Von dieser Arbeit konnte unser Verein schon beim 100jährigen Stiftungsfest profitieren und eine beachtliche Zahl gut ausgebildeter Nachwuchsspieler vorzeigen. Die Jungbläserschule, eine Initiative vom Straucher Dirigenten und Lehrer Kunz, wurde jedoch nur einige Jahre betrieben. Mitte der 1980er Jahre entstand dann unter der Regie des Volksmusikerbundes wieder in Simmerath eine Ausbildungsschule, die auf sog. "D"-Prüfungen ausgerichtet war. Die D-1-Prüfung entsprach in etwa einer Anfängerprüfung, die D-2-Prüfung der Orchesterreife und die D-3-Prüfung der Solistenreife. Diese Ausbildungsstufen durchliefen auch immer mehr Nachwuchsspieler unseres Vereins, so dass nochmal eine Qualitätsverbesserung des Orchesters erreicht werden konnte. Ziel war es, dass jeder Spieler mit D 1 (Bronzenadel) ins Jugendorchester und mit D-2 (Silbernadel) ins große Orchester übernommen wird.

Instrumentierung

Die Grundform des heutigen Blasorchesters entstand erst vor gut 150 Jahren, da man durch Musikinstrumente den Soldaten Befehle übermittelte. Reiterheere bekamen Signale von Trompetern zu Pferde, rhythmisch unterstützt von Paukenspielern, die ebenfalls zu Pferde saßen. Eine wichtige Vorform des heutigen Blasorchesters waren Kapellen der Infanterie, die mit der Schaffung eines stehenden Heeres einhergingen. Nach dem Führungsinstrument hießen sie Oboistenkorps. Zur Besetzung gehörten Oboen, Fagotte, Hörner und Trompeten. Später stellten sich Klarinetten dazu. Für den Gleichschritt der marschierenden Truppe fehlte jetzt nur noch das Schlagzeug. Durch die Einfälle der Türken kamen dann vielerlei Schlaginstrumente in den europäischen Raum. Große Trommeln, Becken, Triangel und Schellenbäume zusammen mit Trompeten und Schalmeien gaben der türkischen Musik ein furchterregendes Klangbild. Jedes Instrument war bei voller Besetzung der Kapelle dabei neunfach besetzt. In der Infanteriemusik wurden diese Instrumente Ende des 18. Jahrhunderts übernommen, jedoch nur in einfacher Besetzung. Die traditionelle Besetzung hiesiger Blasorchester wurde hiervon ausgehend geprägt von Trompeten, Tenor- und Es-Hörnern, Klarinetten sowie meistens einer Tuba. Eine weitere Instrumentierung war selten anzutreffen.

Durch Jo Cremers, der 1983 nach Konzen zog, wurde das Orchester mit seiner Oboe um eine hier ungewohnte Klangfarbe bereichert. Kein Blasorchester im Monschauer Land wies ein solches Instrument auf. Es wurden noch zwei weitere Schüler durch ihn an der Oboe ausgebildet, so dass dieses neue Instrument zum festen Bestandteil des Holzregisters der "Eintracht" gehört. Jo Cremers spielte aber bei Konzerten auch mal mit einem Fagott und später das "Largo" von Dvorak mit einem Englischhorn. 1994 wurde auf meinen Antrag hin beschlossen, einen Saxophonsatz in das Orchester einzubringen. Dies war nicht unumstritten, weil in der Vergangenheit bewusst hierauf verzichtet worden war. Es war auch klar, dass wir uns nicht in die Richtung einer Big-Band entwickeln wollten. Jedoch gibt es in der modernen Musikliteratur viele Passagen, die am ausdruckvollsten vom Saxophon interpretiert werden können. Während des Einbaus dieses neuen Registers musste ich sehr behutsam vorgehen, damit diese neuen Instrumente unseren charakteristischen dunklen, warmen Klang nicht veränderten, sondern unterstützten. Mit dem Soloeinsatz in der "Discovery-Fantasie" konnte dieses Ziel dann wohl auch zum ersten Mal erreicht werden. Gar nicht so einfach war auch die richtige Instrumentierung im Flügelhorn zu erreichen, weil einige diese Stimme mit der Trompete spielten und sich nicht so gerne auf ein neues Instrument umstellen wollten. Doch auch diese von der fachlichen Seite klare Entscheidung konnte trotz mentaler Probleme schließlich harmonisch umgesetzt werden. Das Fundament eines Orchesterklanges ist die Basslage und die Schlagzeuggruppe. Hierzu gehört auch die Pauke. Sie ist unentbehrlicher Bestandteil eines großen Konzertblasorchesters. Schon in den 1960er Jahren hatte der Verein Kesselpauken angeschafft. Diese hatten jedoch den Nachteil, dass man sie nur mit Schrauben stimmen konnte und ein Umstimmen bei einem Dur-Art-Wechsel sehr schwierig, fast unmöglich war. Aus diesem Grund schafften wir 1995 zwei neue Pedalpauken an, die man ohne Probleme mit dem Pedal während eines Stückes umstimmen kann. Sie werden seitdem bei jedem Konzert mit großem Erfolg eingesetzt. Die alten Kesselpauken haben wir später nach Eicherscheid verkauft. Zwei neue, qualitativ gute Konzertbecken wurden 1992 beschafft, um das Klangvolumen der Schlagzeuggruppe zu bereichern. Diese wurden bei vielen Konzerten mit einem separaten Spieler, meistens Michael Nellessen, dann erfolgreich eingesetzt. Eine weitere Bereicherung waren auch immer öfters die eingesetzten Chimes. Mit Instrumenten wie Bongos, Agogo, und der Sambapfeife erreichten wir sogar lateinamerikanische Klänge bei einem Karnevalsauftritt 1998 in Monschau.

Seit 1983 wurden im Orchester, meistens durch Nachwuchsspieler, Konzertflöten eingesetzt, deren Zahl mal bis zu 10 (einschl. Schüler) anwuchs. Deshalb wurde schon recht früh dieser Satz durch den Einsatz einer Piccoloflöte ergänzt. Zwei weitere Instrumente wurden neu belebt. Das Glockenspiel wurde bei jeder Gelegenheit eingesetzt, beim Frühjahrskonzert 1999 sogar die Lyra, und eine neue Es-Klarinette ergänzt seit 1992 den Holzsatz. 1999 beschloss man, für Schüler noch eine C-Klarinette zu beschaffen, die allerdings nur im Unterricht eingesetzt wird. Nicht unumstritten war auch auf einem Weihnachtskonzert der Einsatz von einer E-Bass-Gitarre und einem Keyboard. Beides sind elektronische Instrumente und sollten in der Blasmusik nur gezielt eingesetzt werden. Dies geschah hier, um einen besonderen Effekt, wie zum Beispiel bei "Earth Song" Windgeräusch, zu erzeugen. Schließlich hatten wir auch schon mal in einem Weihnachtspotpourri eine Tonbandaufnahme der Konzener Kirchenglocken eingespielt, so dass neue Effekte im Konzert durchaus eine Bereicherung darstellten. Die Umstellung des Es-Horn-Registers auf F-Hörner blieb nur eine Absicht. Die neuere Blasmusikliteratur sieht häufiger im Hornbereich tragende Melodien oder Solopassagen vor, so dass sich diese Frage stellte. Das Es-Horn ist jedoch leichter zu spielen, hat dafür aber einen helleren Klang. Das linksgriffige F-Horn ist besonders wegen des viel kleineren Mundstückes schwieriger zu beherrschen, hat jedoch einen warmen gut dimensionierten Klang, der sinfonischen Anforderungen eher genügt. Es sind aber viele Stücke nur für Es-Horn geschrieben, so dass ein transponiertes Spiel erforderlich wäre. Diese Schwierigkeiten sind derzeit noch nicht überwindbar. So blieb es bei den vor 20 Jahren beschafften Es-Hörnern in Waldhornform, die damals die ovale Form abgelöst hatten.

Im Jubiläumsjahr 1999 wurde die Instrumentierung mit der Beschaffung eines neuen Bariton-Horns, welches einen nach vorne gerichteten Schallbecher hat, fortgesetzt. Hermann Kreitz schenkte uns außerdem sein renoviertes Bartiton-Horn in ovaler Form, so dass im tiefen Blech eine weitere instrumentelle Differenzierung möglich war. Den vorläufigen Abschluss bildete der Kauf einer Es-Tuba. Dieses Instrument ergänzt die Stimmlage zwischen der ganz tiefen C-Tuba und dem Baritonhorn.

Musikliteratur

Jeder Dirigent prägt ein Orchester durch seine Auffassung und seine Ziele. Dies drückt sich besonders in der Auswahl der Literatur aus. Dabei muss natürlich auch auf das Publikum geachtet werden. Die ausgewählte Literatur orientiert sich zunächst am Leistungsvermögen des Orchesters, aber auch an Zeitströmungen und den über die Medien verbreiteten Trends, insbesondere an der sog. "Pop-Musik". Die Musikverlage haben heute auch ganz andere Möglichkeiten, so dass Hits sehr schnell auch für die Blasmusik umgeschrieben werden. Dabei gibt es kaum Tabu-Bereiche. Ob es nun die aus dem Boden schießenden Musicals oder Interpreten wie Michael Jackson sind, alles ist auch für die Blasmusik zu haben. Dies war nicht immer so. Das Volkslied war zu Beginn unseres Vereins neben der aus dem Militär bekannten Marschmusik Grundlage für die meisten erhältlichen Noten. Es gab auch nur ganz wenige Komponisten, die für das Können und die Interessenslage von Laienblasmusikern Stücke schrieben. So war das Repertoire der Musiker vor dem 1. Weltkrieg recht bescheiden und fast überall gleich. In den 1920er Jahren gab es dann die ersten Heftchen, wie z.B. Hofmann´s Leichte Blastänze mit Walzer, Polka und Rheinländer oder das Ständchenheft Nr. 16, aus dem schon etwas anspruchsvoller die Gloria-Ouvertüre gespielt wurde. Weiter gab es das "Bismarker Gelegenheitsheft" für Harmonie oder Blechmusik mit einer Sammlung von Konzertstücken, Chorälen, Liedern, Märschen und Tänzen. Vom Verlag Alfred Mehner aus Leipzig hatte sich der Verein für ernste Anlässe ein Album für Ständchen- und Trauermusik beschafft.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden diese Hefte "entnazifiziert". So kam über die Stücke "Kriegersliebchen" oder "Morgenrot" der Stempel "ungültig". Auf den Trauermarsch "Ich hatt´einen Kameraden" kam sogar ein Aufkleber mit dem Vermerk "Dieses Stück darf nach Gutachten des Kulturamtes beim Landratsamt Zwickau nicht aufgeführt werden!" Recht bald schaffte Ewald Huppertz, der ja bei einem Musikalienhändler lernte, neue Noten an, die dann auch musikalisch eine neue Herausforderung waren. Schon 1954 wurde die Ouvertüre von Springer "Rautendelein" aufgeführt und 1959 die sehr schwierige Ouvertüre "Leichte Kavallerie". Es folgten in den folgenden Jahren nun dem Zeitgeist entsprechend z.B. "Bella Italia", "Der Vogelhändler" oder "Orpheus in der Unterwelt" mit dem berühmten "Can-Can" am Schluss, deren Schwierigkeitsgrad durchaus auch heute den Spielern Respekt abverlangt. Entsprechend der in Radio und Fernsehen aufboomenden Volksmusik kamen in den 1970er Jahren auch zum Volkslied wieder neu arrangierte Werke auf den Markt. So spielten wir u.a. die Melodienfolge "Volkslied im Bläserklang" oder auch "Kein schöner Land in dieser Zeit".

Durch James Last wurden Klassiker und Volkslieder mit einem flotten Rhythmus versehen und so auch durch den Musikverein "Eintracht" Konzen interpretiert. Mit dieser Literatur kamen auch die ersten englischen Bezeichnungen auf, wie z.B. "Happy Polka", "Happy Music" oder "High Life", deren Aussprache einigen älteren Spielern etwas Probleme bereitete und damit auch eine innere Barriere verursachten. Beim 110jährigen Stiftungsfest wurde diese Stilrichtung als neokonservativ beschrieben, wobei durchaus auch mit neuen Märschen und Polkas die traditionelle Literatur gepflegt wurde. Die ersten Musicals, wie z.B. "My fair Lady" wurden interpretiert und gleichzeitig auch Orginalkompositionen, wie z.B. "Cape Coral" oder "Louisiana" erarbeitet. Der Volksmusikerbund forderte immer wieder, mehr Originalwerke zu spielen, um die Blasmusik dadurch aufwerten zu können. Orginalwerke unterscheiden sich von der herkömmlichen Literatur dadurch, dass sie nur für Blasorchester komponiert sind und nicht aus anderen Werken arrangiert, umgeschrieben und zusammengestellt sind. Anfang der 1990er Jahre wurde zeitgenössische Musik etwas stärker in das Repertoire der "Eintracht" genommen. Dabei dominierte natürlich die englische Literatur mit Stücken wie "One Moment in Time", "Queens-Park-Melodie" oder "I do it for you", meistens von holländischen Verlagen. Das Jugendorchester intonierte bereits 1989 selbständig das Medley "The Beatles".

Als ich 1990 Dirigent wurde, war mein Ziel in der Literaturauswahl: "Das Alte erhalten und Neues erobern!" Dies war insbesondere unter den älteren Spielern, wie vielerorts, nicht unumstritten. Für die Jugend war es jedoch unerlässlich, Musik zu spielen, in der man sich wiederfinden konnte. Dies führte sogar zu einer "Krisensitzung" der "Alten", wobei ich das Leitziel noch mal verteidigte und letztendlich auch durchsetzte. Auch für die Musikvereine gilt, dass Stillstand Rückgang ist. So wird neben echten Böhmischen Polkas wie "Borsicka" oder "Slavonicka" auch mit neuen Märschen "Arosa" oder "In Harmonie vereint" die konservative Richtung gepflegt. Aber auch klassische Märsche wie "Gruß an Kiel" oder "Florentiner Marsch" werden immer wieder intoniert. Die Jugendlichen in unserem Verein fanden sich jedoch eher wieder in den Stücken wie z.B. dem Originalwerk "A Discovery Fantasy" , "Reflection of Pop" oder "West Side Story". Einen kleinen Probezeitrekord stellten wir auf, als die englische Prinzessin Diana im August 1997 starb. Elton John intonierte auf dem Begräbnis das Stück "Candle In The Wind", welches dadurch weltweit bekannt wurde. Dem Konzener Musikverein gelang es, dieses Stück kurze Zeit später schon auf dem nächsten Herbstkonzert aufzuführen. Das Orchester wagte sich noch an weitere zeitgenössische Interpreten, wie z.B. Michael Jackson, John Miles oder Tina Turner, was natürlich unter den jüngeren Spielern die erforderliche Begeisterung förderte, welche der Hauptantrieb für viele Stunden Probearbeit sein muss. Dabei mussten ungewohnte Harmonien und (meist synkopische) Rhythmen bewältigt werden. So muss auch das Repertoire eines Orchesters die Bandbreite der Spieler widerspiegeln. Der 14jährige muss seine Songs so wiederfinden, wie der 70jährige seine Lieblingspolka. Das übt die erforderliche Toleranz der Mitglieder eines Vereins und baut Vorurteile, die sich auch in der Auffassung von Musik widerspiegeln, weitgehend in beide Richtungen ab. Dabei haben die gut ausgebildeten Nachwuchsspieler oft genug Respekt vor den "Alten" bekommen und manch ein älterer Spieler pfeift plötzlich einen Song von Tina Turner. Dabei ist diese Interpretin ja auch nicht mehr die Jüngste, was zeigt, dass alles eine Einstellungssache ist.