"Eintracht" heute

Generationswechsel

Josef Henn und Ewald Huppertz haben mehr als eine Generation den Musikverein durch ihr Wirken geprägt. Als beide 1990 starben, war ein Generationswechsel erforderlich wie ihn die meisten Mitglieder nicht kannten. Den ersten Schritt machten Ewald Blumensath als Vorsitzender und ich als Dirigent. 1993 wurde als Geschäftsführer Karl Kleiner von Norbert Harings , 1995 Raimund Jung als 2. Kassierer von Christian Vollmann abgelöst. 1996 wollte auch Ewald Blumensath den Vorsitz in jüngere Hände legen. Er schlug dem amtierenden Vorstand Mathias Steffens vor, der zwar bisher nur inaktives Mitglied war, jedoch schon seit 1986 als sehr aktiver Dorfchronist und Mitgestalter des Kameradschaftsabends tätig war. Mathias Steffens erklärte sofort seine Bereitschaft und wurde auf der Generalversammlung 1996 zum 1. Vorsitzenden gewählt. Mit ihm verjüngten Ralf Jung und Ludwig Huppertz den Vorstand, so dass nun im Vorstand der Generationswechsel abgeschlossen war. Weitere 18 Jahre später stand erneut ein Gernerationswechsel im Vorstand des Musikvereins an, seitdem führt Stephan Förster als 1. Vorsitzender den Verein an.

Heute besteht das große Orchester aus 70 aktiven Spielern. Im Jugendorchester spielen 33 Musiker, davon sind 19 zugleich im großen Orchester. 8 weitere Schüler lernen derzeit in der Blockflötengruppe.

Vorsitzende ab 1949:

  • 1949 - 1953: Paul Huppertz
  • 1953 - 1958: Robert Schütt
  • 1958 - 1990: Josef Henn
  • 1990 - 1996: Ewald Blumensath
  • 1996 - 2014: Matthias Steffens
  • 2014 - heute: Stephan Förster 

Visionen

Was wird wohl die Zukunft für den Verein bringen? Wird der Stand so erhalten bleiben können? Was wird aus den Traditionen? Wie wirkt sich der Einfluss der Medien auf die Musik aus? Wie entwickelt sich das Freizeitverhalten? Diese Fragen prägen den Ausblick auf das 21. Jahrhundert. Ein weiterer Generationsschritt steht dem Musikverein "Eintracht" Konzen sicherlich bevor. Dieser Schritt ist sicherlich ein Risiko, aber auch eine Chance. Neue Ideen und jugendlicher Tatendrang sind Garantie für die Fortentwicklung des Vereins. Betrachtet man die letzten Konzerte und Kameradschaftsabende, kann man recht zuversichtlich sein, denn es steckt viel Potential im Verein. Aber es gibt auch Gefahren, die ein Vereinsleben in der bisher gekannten Form schwerer machen. Zum einen ist überall ein Hang zur Professionalisierung zu erkennen, der aus den immer höher gewordenen Erwartungshaltungen entspringt, zum anderen scheint der Idealismus im Schwinden und an dessen Stelle tritt der Individualismus. Jeder kümmert sich nur noch um sich selbst. Dies geht einher mit einer manchmal ausgeprägten Lusthaltung: "Ich bin nur im Verein aktiv, solange es mir Spaß und wenig Mühe macht", scheint die Devise zu sein. Macht was anderes gerade mehr Spaß, geht man eben nicht zur Probe oder zum Auftritt, egal, ob das Register besetzt ist oder nicht. Pflichten und Treue zueinander scheinen nicht mehr den Wert wie ehedem zu haben. Auch die Rolle der Frauen der Musiker hat sich geändert. Der Verein steht oft nur noch dann im Interesse, wenn nichts anderes wichtiger erscheint. Engagement wird nur dann toleriert, wenn es auch für einen selbst, zum Beispiel für die Kinder, etwas bringt. Dabei wird allzu leicht vergessen, dass das Ehrenamt grundsätzlich uneigennützig ausgeübt werden sollte, ehe man selbst davon profitiert. Wenn zukünftig Kinder nicht mehr durch ehrenamtliche Vereinsarbeit eingebunden werden können, weil jeder sich nur noch um sich selbst kümmert, bleibt der Jugend vielleicht nur noch die immer mehr aus dem Boden sprießenden Spielhallen oder der Gameboy.

Hier ist Politik aufgerufen gezielt Jugendarbeit und ehrenamtliche Tätigkeiten zu unterstützen und zu fördern, damit dieser Entwicklung Einhalt geboten werden kann. Aber wollen wir die Entwicklung nicht zu pessimistisch sehen. Alles steht in einem Auf und Ab. Vor dem Erfolg steht immer die Geduld und Ausdauer. Misst man den Musikverein "Eintracht" Konzen an seinen bisherigen Erfolgen, kann man beruhigt in die Zukunft schauen. Vielleicht werden in 25 Jahren die heutigen Sorgen belächelt, weil die Probleme ganz andere sind, als wir sie heute voraussehen können. 2024 wird der nächste Chronist das Vereinsleben vielleicht aus einer ganz anderen Perspektive betrachten und auch der Meinung sein, erst jetzt sei die Zukunft ungewiss. Lassen wir uns also des Augenblicks erfreuen nach 125 Jahren Musikgeschichte und optimistisch nach vorne blicken, denn so viele tragende Werte garantieren eine positive Entwicklung.